Die Inzidenzen in Sachsen steigen dramatisch. Die Praxen in Sachsen werden von der Flut der Infektionen überrollt, denn zu Coronaviren kommen weitere Erkältungsviren und die Influenza hinzu. Die Impfung ist nach wie vor die wichtigste Waffe gegen die vierte Welle. Um sowohl Ungeimpfte zu überzeugen als auch die dringend notwendigen Boosterimpfungen vorzunehmen, braucht es ein abgestimmtes Impfvorgehen.

Die Anzahl der Coronapatienten auf Normalstationen hat sich in den letzten 14 Tagen verdreifacht, die Anzahl der Patienten auf den Intensivstationen hat sich verdoppelt. Dabei sind mehr als 90% der Patienten entweder ungeimpft oder zwar geimpft, aber über 60 Jahre alt oder leiden an einer das Immunsystem und damit den Impferfolg beeinträchtigenden Grunderkrankung.

Daher müssen neben der Impfung der Ungeimpften im Monat November vordringlich und möglichst zeitnah geboostert werden:

  1. Alle, deren Impfung mehr als 6 Monate zurückliegt und die über 60 Jahre alt sind oder eine Grunderkrankung haben, die das Immunsystem beeinträchtigt (Transplantierte, Rheumapatienten, Tumorpatienten, Immunsupprimierte, uvm.).
  2. alle vollständig mit einem AstraZeneca oder Johnson&Johnson Geimpften

Anschließend werden Geimpfte geboostert, die auf Grund häufiger Kontakte besonders mit vulnerablen Gruppen einen großen Anteil an der Pandemie haben wie z.B. Mitarbeiter im Gesundheitswesen, bei der Polizei, in Schulen und Kindergärten.

Insgesamt zeigen die Daten weltweit, dass eine Boosterimpfung nach 6 Monaten bei Jüngeren und Immungesunden zwar nur einen geringeren individuellen Vorteil für den Geimpften selbst bietet, aber den Verlauf der Pandemie durch stärkere Unterbrechung von Infektionsketten – insbesondere bei den Menschen mit einer Vielzahl an Kontakten – positiv verändern kann. Daher können anschließend auch diese vollständig Geimpften eine Boosterimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten, diese jedoch frühestens 6 Monate nach Abschluss der Impfung.